Tagesgeldkunden lohnen sich für Banken nicht

veröffentlicht am 18.10.2010 von Mischa Berg

Wie mehrere Medien diese Woche berichtet haben, u.a. gab es einen Bericht in der Zeit, lohnt es sich für die Banken aktuell eigentlich nicht den Kunden Tagesgeldzinsen höher als 2% zu zahlen. Die Tagesgeldzinsen für Privatkunden liegen aktuell ca. 0,33 Prozentpunkte über dem EONIA. Experten sprechen davon, dass Bankkunden aktuell negative Margen ausgezahlt werden. Aber warum ist das so?

Banken sind bei Tagesgeld aktuell vor allem daran interessiert Neukunden zu gewinnen. Schauen wir uns die verschiedenen Angebote einmal an. Da gibt es zum Beispiel die Tagesgeldangebote von ING-DiBa und Volkswagen Bank. Beide Angebote garantieren neuen Kunden einen recht hohen Tagesgeldzinssatz (aktuell 2,0% Zinsen p.a.) der jeweils mit einer Zinsbindung versehen ist. Bei der ING-DiBa beträgt diese ein halbes Jahr. Danach gilt dann wieder der jeweils aktuelle Stammkundenzinssatz. Dieser liegt natürlich wesentlich niedriger. Die Banken kalkulieren also bei ihrer Planung, dass von 100 Tagesgeldneukunden mindestens 40 nach Ablauf der Zinsbindung ihr Erspartes auf dem Konto liegen lassen, sei es aus Bequemlichkeit, oder auch weil man mit dem Service der Bank eigentlich zufrieden ist und nicht wechseln will. Gewinnen wird hier vor allem der Tagesgeld-Zinshoppper, weil er sich die Termine für die Zinsbindung selbst gut merkt und schnell ein neues Angebot raus sucht, wenn es etwas neues auf dem Tagesgeldmarkt gibt. Nicht zu vergessen sind bei solchen Angeboten auch Bonuszahlungen, die den Zinssatz schnell nach oben schrauben. Bei der ING-DiBa gibt es aktuell 25 Euro Bonus nach dem ersten Geldeingang, bei der Bank of Scotland sind es sogar 30 Euro. Da lohnt sich auch de Aufwand für einen Tagesgeldkonto-Wechsel.

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