Tagesgeld und Festgeld Alternativen
veröffentlicht am 21.10.2010 von Mischa Berg
Das derzeit am besten verzinste Angebot in unserem Tagesgeld-Vergleich liefert die Bank of Scotland mit aktuell 2,20% Zinsen pro Jahr. Zusätzlich gibt es auch noch 30 Euro Startguthaben. Für viele Zinsjäger sind 2,20% Zinsen p.a. dennoch zu wenig. Schauen wir doch einmal ein wenig über den Tellerrand und überlegen, was es noch für weitere Geldanlagemöglichkeiten gibt:
Sparbücher
Auf dem guten alten Sparbuch gibt es aktuell um die 0,5% Zinsen pro Jahr. Für Sparer eine kaum vorstellbare Alternative. Bedenkt man, dass die Inflationsrate in Deutschland im September bei ca. 1,3% Zinsen pro Jahr lag, verbrennt man sozusagen sogar regelrecht sein Geld, wenn man es auf einem Sparbuch anlegt.
Staatsanleihen und Unternehmensanleihen
Bei Anleihen handelt es sich um sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, die zum Beispiel von Staaten oder auch von Unternehmen ausgegeben werden. Sehr beliebt sind wegen ihrer Sicherheit deutsche Staatsanleihen. Mit dem ausgestellten Anleiheschein wird sozusagen die Schuld des Staates gegenüber dem Sparer festgehalten. Je sicherer der ausstellende Schuldner gilt, desto niedriger sind die Zinsen. Bei Staaten, deren Bonität als schlecht eingestuft wird, sind aufgrund der höheren Ausfallwahrscheinlichkeit auch höhere Zinsen möglich. Sollte es zu einem Staatsbankrott kommen, ist ein Totalausfall der Geldanlage möglich. Ähnlich verhält es sich auch bei Unternehmensanleihen. Zwar sind hier recht hohe Zinsen möglich, der Anlagebetrag kann im Fall einer Insolvenz jedoch auch komplett verloren gehen.
Offene und geschlossene Fonds
Geldmarktfonds
Daneben gibt es eine Vielzahl an Fonds, in die investiert werden kann. Auch hier ist es so, dass mit steigendem Risiko die Zinsen klettern. Am sichersten ist die Anlage in einen Geldmarktfonds. Hier wird die Anlagesumme an den (inter)nationalen Geldmärkten investiert und zu einem festen Satz verzinst. Die Anlage unterliegt den Bankensicherungsfonds. Ein Totalverlust kann so ausgeschlossen werden. Doch wie immer: Wo Licht ist, findet sich auch Schatten. Die Zinsen bei Geldmarktfonds sind aktuell ebenfalls sehr gering. Eine Anlage lohnt kaum.
Immobilienfonds
Ebenfalls ein recht geringes Risiko bieten Immobilienfonds. Ziel dieser Fonds ist es aus Vermietung und Verpachtung von Immobilien Gewinne zu erwirtschaften, die an den Anleger ausgezahlt werden. Hier ist es wichtig zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds zu unterscheiden. Bei offenen Immobilienfonds können Anleger ihr Geld jederzeit wieder abziehen. Bei geschlossenen Immobilienfonds ist das nicht möglich.
Rentenfonds
Rentenfonds handeln vor allem mit Anleihen und Obligationen und legen Geld am Geldmarkt an. Gute Rentenfonds erzielen Jahresrenditen von bis zu 10%, allerdings bleibt auch immer ein gewisses Restrisiko.
Aktien- und Mischfonds
Die Aktien- und Mischfonds bilden mit Abstand die größte Gruppe der Fonds. Hier wird hauptsächlich in Aktien investiert, so kann die höchste Rendite ermöglicht werden, aber auch der größte Verlust möglich sein. Zusätzlich wird auch in andere Märkte, wie zum Beispiel dem Geldmarkt investiert, um so der Anlage Stabilität zu verschaffen. Wer in solche Anlageformen investieren möchte, der sollte auch im Zweifelsfall mit Verlusten leben können.
Aktien und Derivate
Schließlich gibt es noch die Anlage in Aktien, um direkt in große Unternehmen und Firmen zu investieren. Hier sollte aber angemerkt werden, dass es für Laien nur sehr bedingt möglich ist vorrauszusagen, wie sich die internationalen Aktienmärkte entwickeln werden. Eine Investition sollte daher sehr bedacht sein. Im besonderen Maße gilt das auch für Derivate, Optionen und Futures. Hierbei handelt es sich um “Wetten” auf die Wertentwicklung, die mit einem sogenannten Hebel arbeiten. Auch wenn der eigentliche Wert sich nur gering verändert, kann die Entwicklung des Derivats erheblich größer sein.
Fazit
Zusammenfassend kann man sagen, dass es zwar durchaus einige Alternativen zu Tagesgeld und Festgeld gibt und hier auch höhere Zinsen möglich sind, die Risiken jedoch auch höher ausfallen als bei durch Einlagensicherungsfonds abgesicherte Sichteinlagen. Wer als Laie überlegt Geld in Fonds oder Aktien anzulegen, sollte sich den Rat eines Experten dazu holen. Das zeigt nicht auch zuletzt die Erfahrung der letzten Finanzkrise, bei der viele schlecht beratene Anleger ihr Geld verloren haben. Die Gesetzeslage hat sich seitdem deutlich verbessert. Beispielsweise müssen Beratungsprotokollen mit einer Risikoeinschätzung des Kunden angefertigt werden und bei Falschberatung kann der Berater haftbar gemacht werden.
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