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Teuerungsrate in Deutschland bei 0,0%
29.05.2009
In den letzten Jahren klagten viele Deutsche noch über eine viel zu hohe Teuerung. Besonders im Rohstoff- und Energiesektor explodierten die Konsumpreise aufgrund steigender Nachfrage. Jetzt, in der Wirtschaftskrise, sieht alles anders aus. Um eine Inflation sorgt sich momentan niemand so richtig. Vielmehr sind bereits erste deflationäre Tendenzen zu erkennen. So sanken die Preise in Deutschland im April 2009 erneut. Momentan steht die Teuerungsrate bei 0,00 Prozent gegenüber dem Mai 2008.
Bei der Deflation handelt es sich um einen Effekt, der konträr zur Inflation verläuft. Die Preise steigen also nicht, sondern fallen. In der Regel resultiert die Deflation aus einer einbrechenden Nachfrage. Unternehmen können die Waren nicht mehr verkaufen und reduzieren die Preise, um die Nachfrage zu beleben. Für die Verbraucher erscheint die Deflation auf den ersten Blick ein Segen zu sein. Allerdings sinken bei einer andauernden Deflation nicht nur die Preise für Konsum- und Verbrauchsgüter, sondern auch für Arbeit. Arbeitnehmer haben somit durch Lohnkürzungen weniger Geld zum Konsumieren übrig. Eine Beschleunigung der Deflation entsteht dann in der Regel durch weitere Konsumzurückhaltung, die aus der Erwartung resultiert, dass die Preise noch weiter sinken werden. Die aktuelle Preisstabilität ist laut statistischem Bundesamt vor allem auf sinkende Rohstoffpreise zurückzuführen. So sind beispielsweise die Preise für Kraftstoff und Heizöl im prozentual deutlich zweistelligen Bereich gefallen.
Um eine Deflation zu verhindern und die Wirtschaft durch das Bereitstellen von billigem Geld zu Investitionen zu bewegen, fahren die Notenbanken weltweit eine Niedrigzinspolitik. Sämtliche Leitzinsen befinden sich aktuell auf einem historisch niedrigen Niveau. Fast analog zu den Leitzinsen sind auch die Zinsen für Tagesgelder und Festgelder in den letzten Monaten gesunken. Natürlich profitieren Anleger, die früh genug Festgelder abgeschlossen haben, auch weiterhin von höheren Zinsen. Sobald sich die Wirtschaft erholt und die Leitzinsen wieder ansteigen, dürften auch die Zinsen für fest- und Tagesgeldkonten ansteigen. Vor diesem Hintergrund sollte man sein Geld möglichst liquide halten und auf Tagesgeldkonten parken. Sollten sich die Leitzinsen in der Eurozone allerdings weiter einer Nullzinspolitik annähern, könnten vor allem die Tagesgeldzinsen weiter fallen. Wer also mit weiter fallenden Marktzinsen rechnet, kann durchaus in Festgeldprodukte investieren.
Lesen Sie mehr zu dem Thema warum aufgrund der niedrigen Teuerungsrate auch bei geringen Tagesgeld-Zinsen noch mit einer guten Rendite gerechnet werden kann.
Image © gabisch / PIXELIO


