Die BIGBANK bezeichnet sich als einen internationalen Finanzkonzern. Sie wurde 1992 in Estland gegründet und verfügt über ein umfangreiches Netz von Filialen in den baltischen Ländern. Im Rahmen von grenzüberschreitenden Dienstleistungen werden seit dem Sommer 2009 auch in Deutschland Finanzprodukte in Form von Festgeld angeboten.
Das Unternehmen hat sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen angemeldet und konzentriert sich auf den Vertrieb von Festgeldanlagen über das Internet. Filialen in Deutschland gibt es nicht. Die Abwicklung der Kontoeröffnung und die Geldanlage sind via Online-Banking möglich.
Das BIGBANK Festgeldangebot
Die Festgeldangebote der BIGBANK lesen sich auf den ersten Blick nicht schlecht. Die Verzinsung ist überdurchschnittlich hoch, hat allerdings zum Teil das Manko, dass die Zinsen erst am Ende der Gesamtlaufzeit des Festgeldvertrages ausgezahlt werden. Das heißt, es tritt kein Zinseszinseffekt ein. Das wirkt sich schmälernd auf die Rendite aus. Bei einer Geldanlage von mehr als 30.000 Euro werden die höchsten Zinszahlungen angeboten. Der Kunde kann zwischen jährlichen Zinszahlungen oder Zinszahlungen am Ende der Vertragslaufzeit wählen. Es werden Vertragslaufzeiten, die bei sechs Monaten beginnen und bei 60 Monaten aufhören, angeboten.
So weit – so gut. Etliche Informationen und auch Rückmeldungen von begeisterten Kunden kann der Besucher auf der Internetseite der BIGBANK nachlesen. Um das Wichtigste zu finden, nämlich die Frage der Einlagensicherung, muss schon eine Weile gesucht werden. Wie ist es um die Sicherheit des Geldes bestellt?
Die Sicherheit der BIGBANK Geldanlage
Die BIGBANK ist Mitglied eines estnischen Sicherungsschemas. Sie gehört als Fondsteilnehmer zum lokalen Sicherheitsfonds der Festgeldanlagen. Dieser Sicherheitsfonds ist eine öffentlich-rechtliche juristische Person, dessen wichtiges Ziel es ist, für die Spareinlagen der Anleger zu haften und sie zu schützen.Dieses Sicherungsschema basiert auf einer EU-Richtlinie – die besagt, dass Geldanlagen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro zu 100 Prozent gesichert sein müssen. Wer mehr wissen will, sollte die englische Sprache perfekt beherrschen, weil Dokumente dazu nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen.
Dem vorsichtigen Anleger stellt sich die Frage, was ist das Sicherungssystem eines so kleinen Staates wie Estland wert. Estland hat eine Arbeitslosenquote von fast 20 Prozent. Im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und Finanzkrise sind in der Industrie im Jahr 2009 Auftragsrückgänge von mehr als 40 Prozent zu verzeichnen.
Auch die Zeitschrift Finanztest schreibt in ihrer Ausgabe 11/2009, dass bei Banken aus kleinen und wirtschaftlich angeschlagenen Staaten grundsätzlich Vorsicht geboten ist. Sie nimmt die BIGBANK trotz des attraktiven Zinsangebotes nicht in die TOP 20 auf. Auch auf Portalen, die sich inhaltlich dem Vergleich von Tages- und Festgeldangeboten widmen, fehlt die BIGBANK. Wir haben die BIGBANK trotzdem mit aufgenommen. Soll sich jeder Anleger sein eigenes Bild von der Bank machen.



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