Die Prolongation - Tagesgeld Festgeld Lexikon

Festgeld wird, wie der Name schon sagt, für einen bestimmten Zeitraum "fest" angelegt. Ist dieser Zeitraum vorüber, wird das Geld entweder an den Kunden ausgezahlt, oder es wird wieder angelegt, was man in Fachkreisen als Prolongation bezeichnet. Diese Wiederanlage erfolgt in aller Regel zu den aktuellen Konditionen des Marktes - nur in wenigen Fällen wird der alte Zinssatz auch für die neue Festschreibungszeit herangezogen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen der automatischen Prolongation und der Bestätigungsprolongation. Während die Bank bei der automatischen Prolongation automatisch das Einverständnis des Kunden zur Verlängerung seiner Anlage voraussetzt und diese demnach in Eigenregie vornimmt, muss der Kunde bei der Bestätigungsprolongation der Verlängerung erst zustimmen. Nur wenn er das tut, wird die Verlängerung durch die Bank durchgeführt.

Ein sehr wichtiger Faktor beim Thema Prolongation ist der so genannte Zinseszinseffekt, denn dieser kann immer nur dann genutzt werden, wenn eine Prolongation stattfindet. Beim Festgeld wird der Zins nämlich nicht, wie bei einem Tagesgeldkonto, jedes Jahr mitverzinst - es sei denn, es wird eine Prolongation durchgeführt. Aus genau diesem Grund kann es sich unter Umständen lohnen, bei nur geringe Zinsabweichungen lieber eine kurze Festschreibungszeit zu wählen und das Geld sich für einige Jahre prolongieren zu lassen, als im Vorwege gleich diese Jahresanzahl als Festlegungszeit festzusetzen.

Legt man zum Beispiel einen Betrag von 20.000 Euro für 5 Jahre an, kommen bei dem Modell mit jährlicher Prolongation und einem Zins von 4,4% pro Jahr 4.804,61 Euro Zinsen zusammen, bei dem Modell mit 5 jähriger Festschreibung und dem vermeintlich höheren Zins von 4,5% hingegen nur 4.500 Euro. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie ein vermeintlich höherer Zins ohne Prolongation zu einem deutlich verminderten Ertrag über die gesamte Laufzeit führen kann.