Der EURIBOR - Tagesgeld Festgeld Lexikon

Der EURIBOR (European InterBank Offered Rate) ist ein Zinssatz, der für Termingelder im Interbankenhandel vergeben wird. Im normalen Handelsverlauf einer Bank kann es nämlich von Zeit zu Zeit immer wieder einmal vorkommen, dass die Einnahmen deutlich hinter den Ausgaben hinterher hängen. Ist dies der Fall, muss die Bank sich kurzfristig liquide Mittel besorgen. Damit sie dies nicht bei der EZB tun muss und dafür den teuren Leitzins bezahlt, handeln die Banken Gelder untereinander zu dem leicht unter Leitzinsniveau dotierenden EURIBOR.

Der EURIBOR wird ermittelt, indem 43 Kreditinstitute (unter denen sich auch zehn deutsche Banken befinden) täglich um elf Uhr ihre Angebotssätze (Briefsätze) für Ein- bis Zwölfmonatsgelder an einen Informationsanbieter übersenden. Dieser streicht nun die 13 höchsten und niedrigsten Anbieter (was Zinsausreißer verhindern soll) und ermittelt aus den übrigen Angeboten einen Durchschnittssatz. Dieser Satz wird über Reuters publiziert und ist Sekunden später in jeder Bank verfügbar.

Für Anleger ist der EURIBOR vor allem deshalb wichtig, weil er einen guten Aufschluss über die aktuellen Konditionen am Festgeld- und Tagesgeldmarkt zulässt. Beim Festgeld vergeben die Banken ihre Angebote beispielsweise immer unter Berücksichtigung des EURIBOR plus eines Zuschlages, der je nach Laufzeit bis zu 2% betragen kann. Tagesgeld wird hingegen meist knapp unter EURIBOR gehandelt, ist dafür aber auch täglich abrufbar.

In den ersten Monaten des Jahres 2009 ist der EURIBOR kontinuierlich gesunken, was in erster Linie mit der Wirtschaftskrise und ihren Auswirkungen zusammenhängt. Lag der 12-Monats-EURIBOR am 02.01. zum Beispiel noch bei 3,025%, so notierte er am 14.05. bereits nur noch bei 1,623%. Gleichsam wie der EURIBOR abgebaut hat, haben natürlich auch die Konditionen für Fest- und Tagesgeldkonten abgebaut, was jedoch keineswegs heißen muss, dass dies auch für längere Zeit so Bestand hat.