Der Effektive Jahreszins bei Tagesgeld und Festgeld
Immer wieder erreicht uns die Frage, wo bei einer Geldanlage eigentlich der Unterschied zwischen dem nominalen und dem effektiven Jahreszins liegt. Und tatsächlich, so leicht wie man denken könnte ist diese Thematik auch gar nicht, muss man doch hier etwas anders als bei Darlehen und Krediten denken. Während die Abschluss-, Einwertungs- und Verwaltungskosten bei Krediten nämlich dafür sorgen, dass der effektive Zins stets deutlich höher als der nominale Zins ausfällt, ist es bei Geldanlagen in aller Regel so, dass die Gebühren für ein Absinken des Zinsertrages sorgen, der Effektivzins also kleiner als der Nominalzins ausfällt.Aufgrund ihres Wesens als eine Art "gutverzinstes Sparbuch" haben Tagesgeldkonten es in aller Regel an sich, überhaupt keine Gebühren zu verursachen. Der Effektivzins ist hier also genau gleich dem Nominalzins.
Lässt man seinen Blick jedoch etwas schweifen, zum Beispiel auf spezielle Festgeldanlagen, findet man durchaus auch Modelle, bei denen Kosten entstehen, die für ein Absinken des Zinsertrages sorgen, bei denen der effektive Zins also deutlich niedriger als der nominale ausfällt.
Um einen realistischen Indikator für einen Vergleich verschiedener Produkte dieser Art zu haben, sollte daher stets der effektive Jahreszins verglichen werden.
Ein Beispiel zur Errechnung des Effektiven Jahreszins bei Festgeld:
Nehmen wir einmal an, ein bestimmtes Festgeldprodukt verursacht pro Jahr Verwaltungskosten in Höhe von 0,09% der Einlage. Hinzu kommen Kontoführungsgebühren in Höhe von 0,02 Euro.Nehmen wir nun an, der nominale Zins beträgt 4%. Durch die Verwaltungskosten wird dieser auf 3,91% gedrückt und durch die Kontoführungsgebühren sinkt der effektive Jahreszins nochmals auf 3,89%.
Der effektive Jahreszins wird jedoch auch dadurch verändert, dass während der Laufzeit bereits Gutschriften erfolgen und die erzielten Zinserträge mit verzinst werden (Zinseszinseffekt). Dadurch ergeben sich beim Effektivzins Abweichungen vom Nominalzins nach oben, was für den Verbraucher ja positiv ist. Je öfter die Zinsgutschrift erfolgt (bei manchen Tagesgeld-Anbietern auch monatlich) desto höher ist die Abweichung.
Um nicht alle möglichen Angebote von Hand miteinander vergleichen zu müssen, ist es ratsam, einen Festgeldvergleich in Anspruch zu nehmen. Aufgabe dieser Programme ist es, die Angebote verschiedener Anbieter miteinander zu vergleichen und, nach effektiver Verzinsung geordnet, übersichtlich aufzulisten. Als Verbraucher kann man so schnell und einfach erkennen, wo man den besten Zins für sein Geld erhalten kann.
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